Die Geschichte des Kirchspiels

Das Kirchspiel Lütau ist seit seiner Entstehung vom Bauerntum geprägt. Es entstammt der deutschen Besiedelung unter Heinrich dem Löwen. Vermutlich gab es aber in Lütau schon ältere christliche Einrichtungen aus der Karolinger- oder Sachsenzeit. Dafür spricht der bei den karolinger Herrschern beliebte Dionysius als ursprünglicher Namenspatron. Dionysius von Paris (nach 250 auf dem Montmartre enthauptet) war einer der Familienpatrone der Frankenkönige und auch der karolingischen Kaiser. Außerdem lag Lütau an der Nordgrenze des Karolingerreiches, gehört demnach vermutlich zu den „Urkirchen“ Lauenburgs.

Bild: Alte Salzstraße

Der heilige Jakobus (Bruder des Evangelisten Johannes) galt im Mittelalter als Beschützer der Pilger, und viele Menschen besuchten sein Grab in Santiago de Compostella.
Die „alte Salzstraße“, an der Lütau liegt, gehörte u.a. zu den bedeutenden Wallfahrtswegen. Daher ist anzunehmen, dass die Kirche im Zuge der Pilgerbewegung des 13 Jhds zu ihrem zweiten Namen kam. 

Pilger machten hier Rast und erbaten sich vom Ortsgeistlichen Gebet und Segen für ihren langen, beschwerlichen - und damals oft auch gefährlichen - Weg nach Santiago.

Heute besuchen im Zuge einer Wiederentdeckung der alten Pilgerwege auch wieder öfter Pilgergruppen die Lütauer Kirche.

Die Dörfer und die Tradition der Kapellengemeinden

Kirchspiel Lütau um 1230 n.Chr.

Zum Kirchspiel Lütau gehören heute sieben Dörfer: Basedow (mit eigener Kapelle), Buchhorst, Dalldorf, Krüzen, Lanze, Lütau und Wangelau. In der Vergangenheit waren es auch schon mehr - manche Dörfer sind im Laufe der Geschichte untergegangen, andere sind im Zuge einer verbesserten Pastoralen Versorgung durch Gründung von weiteren Kirchengemeinden neu zugeordnet worden.

So gehörten zum Kirchspiel Lütau früher u.a. die Dörfer: Witzeeze, Wizoc (verschwundene Siedlung bei Basedow), Schnakenbek, Abbendorf (heutiges Juliusburg) Börse (zwischen Kollow und Gülzow, 1772 letztmalig erwähnt), Kankelau und Talkau.

Ohne regelmäßige Teilhabe an Gottes Wort und Sakrament ist es auf Dauer schwer, ein Christ zu sein. Heute kann man bequem per Auto zur nächsten Kirche fahren - oder einen Gottesdienst im Fernsehen verfolgen. Die Christen früherer Zeiten versuchten sich zu helfen, indem sie in ihren Wohnorten selbst Nebenkirchen bauten. So ist im Lütauer Bereich wie in anderen lauenburgischen Kirchspielen im Mittelalter eine größere Anzahl von Kapellen entstanden. Lütau war lange Zeit geradezu das Kirchspiel der Kapellen. So gehörten um 1600 sechs namentlich bekannte Kapellen dazu, von denen die in Basedow bis heute erhalten und auch dem Lütauer Kirchspiel zugeordnet ist:

  • St. Jacob in Basedow - dazu mehr unter „Die Kapelle Basedow
  • St. Katharinen in Witzeeze (jetzt zu Büchen-Pötrau gehörig)
  • St. Johannes in Schnakenbek (jetzt Lauenburg; der Neubau der heutigen Kapelle wurde 1855 von dem Lütauer Pastor Rohrdantz geleitet, die Kapellengemeinde selbst gehörte da aber schon länger zu Artlenburg, was über die Elbfuhrt kürzer zu erreichen war)
  • St. Martin in Krüzen (1835-38 zum Schulhaus umgebaut)
  • St. Elisabeth in Wangelau (bis 1804 in den Kirchenbüchern nachweisbar)
  • die Burgkapelle St. Bartholomai in Dalldorf (vor 1837 abgebrochen)
  • weitere Kapellen soll es in Thömen-Kruckow und in Kollow gegeben haben.