Die Kirche

Bild: Kirche Lütau

Die Lütauer Kirche entdeckt man erst, wenn man in ihre unmittelbare Nähe kommt. Sie ist von einem etwa 150jährigen Lindenkranz umgeben. Erst im Winter, wenn das Laub gefallen ist, ist der Blick auf das langgestreckte Kirchengebäude frei. 

An der Stelle des heutigen Kirchengebäudes stand ursprünglich eine wesentlich ältere Kirche aus dem Mittelalter. Sie war aus Granitfelsen erbaut und ca. 30m lang. 

Wer das heutige Kirchengebäude aus der Nähe sieht, ist über seine Größe meist erstaunt. Und er vermutet zu Recht, dass diese Kirche nicht alleine für den Ort Lütau erbaut worden ist. 

Mitte des 19Jh., in einer Zeit, als die meisten Dörfer ihre Kapellen aufgaben, wurde im zentralen Kirchspieldorf die alte kleine Kirche durch einen spätklassizistischen Neubau ersetzt.

Es war - und ist - eine fantastische Gemeinschaftsleistung. 

Bild: Lütauer Kirche innen

Die Kirche ist wie der Vorgängerbau ge-ostet (Turmportal im Westen, Altar im Osten), so dass man beim Reinkommen aus dem tiefergelegenen Turm zum hellen Licht emporschreitet.

Der Blick fällt dabei erst auf den gekreuzigten (Altar) und schließlich auf den auferstandenen Christus (Fensterbild über dem Altar). Auch der Raum selbst ist morgens lichtdurchflutet und erinnert daran, dass Gott selbst Licht und Christus Licht der Welt ist.

So ist das Kirchengebäude bereits in sich eine Predigt für den, der die Sprache der alten Baumeister zu deuten weiß - oder der sich einfach mit wachen Sinnen in den Raum hineinbegibt.

Der stabile mittelalterliche Turmbau, der Geborgenheit vermittelt, und das klassizistische Kirchenschiff, das Helligkeit, Licht und Klarheit ausstrahlt und den Blick auf Christus lenkt, bilden eine inspirierende Einheit.

Was an der Lütauer Kirche zwischen 1300 und heute entstanden ist, zeugt von einer konservativen und doch stets verantwortlichen Lebens- und Glaubenshaltung. Bewährtes wird bewahrt, Untaugliches verbessert und Neues gewagt.